Montag, 23. November 2020

Vergesslichkeit

 „Den Menschen ist offenbar heute nicht klar, was Krieg bedeutet“ – Buchautor Bittner im Gespräch


75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt der Roman „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“ von Wolfgang Bittner, dass noch nicht alles erledigt ist. Der Ost-West-Konflikt zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman –eingebettet im Alltag einfacher Menschen.


Mein Kommentar:

Aus meinem Buch < Unwissenheit entmachtet > erschienen 2016 beim
Paramon Verlag/Frankfurt am Main 

Die Bestätigung zur Aufnahme in die Deutsche Nationalbibliothek vom 26.06.2016 :

      


Diese Vergesslichkeit der Menschheit gilt nicht nur für einen Krieg ( Schlacht ) . 
Sie  galt schon immer und wird auch ein weiterer Bestandteil der Evolution der Menschheit bleiben.
Damit will ich sagen, dass die folgenden Generationen die Vergesslichkeit 

                                                      e r b e n .

Es liegt also in der Verantwortung der jeweiligen Führung einer Gesellschaft die Erinnerung immer wieder bei den Menschen zu stimulieren !

Ich selbst habe heute immer noch Bilder vom Krieg zerstörten 

Leipzig im Kopf.

Leider finde ich davon heute kaum noch Bilder im 

Internet:

 

Hier ein Bild vom zerstörten Leipziger Hauptbahnhof:

 

 

Die zerstörte Hauptpost am Augustusplatz:

 

 

Das zerstörte Fridericianum der Universität in Leipzig

( Das Universitätsgebäude selbst war nur noch eine 

Ruine!):                                                        

 

                                                   usw.

 

Auch diese Gebäude wurden einstmals von vielen

 fleißigen Menschen

geschaffen.

Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie die 

Menschen in Leipzig 

erst einmal die vielen Trümmern auf der Straße mit 

primitiven

Arbeitsmitteln beseitigen mussten. Es waren besonders

die Frauen,  bekannt als  


                                     < Trümmerfrauen > , 

 

die die mit schweren Steinen beladenen Loren geschoben

haben.

Auch wir Kinder halfen mit. Viele Ziegelsteine haben wir

 aus den Trümmern

geholt, um sie mit einem Hammer abzuputzen, damit diese

 wieder für den 

Bau eines neuen Hauses verwendet werden konnten. 

Diese Enttrümmerung



Diese Enttrümmerung ging mühselig über viele Jahre hinweg. Viele Ruinen

 standen noch lange Zeit. Einige davon stehen heute noch. Es dauerte noch 

Jahre bis die ersten Häuser wieder neu erbaut worden sind.

Wovor habe ich aber nun Angst? 

Ich habe Angst davor, dass meine Geburtsstadt Leipzig

wieder durch einen neuen Krieg noch schrecklicher 

zerstört wird und alle Arbeit der Menschen wieder umsonst war.

 

 

 

 

Bemerkung: 

 

Es waren anglo - amerikanische Fliegerverbände ( also

amerikanische und englische Bomber ! ) die auch Leipzig in Schutt und 

Asche legten !

 

 

 Die Vergesslichkeit der Massen

 

 Ein weiteres Thema in meinem Buch "Unwissenheit entmachtet" ist: 

                     Die Vergesslichkeit der Massen. 

Dabei verstehe ich das Wort "Massen" als die Mehrheit des Volkes.

Anbei ein Zitat  (Leider konnte ich noch nicht genau herausfinden, wer es eigentlich gesagt hat, weil es dafür unterschiedliche Quellen gibt; ähnliche Aussagen dazu hat Karl Liebknecht  gemacht!):

 "Die Bourgeoisie rechnet mit der Vergesslichkeit der Massen, sorgt dafür, dass sie sich gänzlich verrechnen."

Begriffsklärung: Bourgeoisie = Machthaber heute.

Ich glaube, dass Vergesslichkeit auch mit "Bequemlichkeit und Verdrängen" zu tun hat.

Folgendes Bild auf einem Plakat reizt mich darüber zu schreiben. 


                      

Millionen Menschen leiden in der heutigen Welt unter Krieg, Hunger, Gewalt und Vertreibung; nicht nur in Kongo auch in Somalia, Südsudan usw. 


Samstag, 14. November 2020

Meine Gedanken zum Volkstrauertag 2020

 „Unsere Politiker dürfen nicht Marionetten Amerikas sein!“ – Jürgen Todenhöfer gründet neue Partei

Menschlich. Ehrlich. Unabhängig.




Ich zitiere auszugsweise:

„Wir werden im Falle einer Regierungsbeteiligung alle militärischen Auslandseinsätze Deutschlands stoppen, alle, alle!“, rief der 80-jährige Todenhöfer dann von der Bühne am Brandenburger Tor, 
„Diese chaotischen Kriege sind doch die Hauptursache der Flüchtlingswelle! 
Die Hauptursache des Terrorismus.“

Als emotionales Beispiel führte er sein Treffen mit einem zehnjährigen Mädchen in der Nähe von Tora Bora an. ( „Da, wo sich Bin Laden versteckt hatte“, da wurden ihre Eltern und ihre Schwestern getötet , musste sie sich und ihre beiden Brüder durchbringen, statt in die Schule zu gehen. „Was habe ich dir getan?“, würde sie den amerikanischen Präsidenten George Bush fragen. 

„Das ist die Frage der Kinder dieser Welt an die amerikanischen und die deutschen Politiker“, so Todenhöfer. Deshalb sei er für Entspannungspolitik und Abrüstung statt Kriegspolitik. 

„Auf gleicher Augenhöhe, Herr Biden! Auf gleicher Augenhöhe!“ 

Grundsätzlich muss Deutschland vor allem sein Verhältnis zu den USA neu definieren. „Meine Güte! Unsere Politiker dürfen nicht länge Marionetten Amerikas sein! Unsere Regierung ist auf das deutsche Grundgesetz vereidigt und nicht auf die amerikanische Verfassung!“, wiederholte Todenhöfer. Man habe ja viele Freund in Amerika, aber dieses Amerika sei kein verlässlicher Freund mehr. Das gelte auch nach der Wahl Joe Bidens. „Ich habe nie einen Protest Bidens gehört, wenn Obama in den Krieg zog. Nie! Und er wird immer dabei sein. Er wird es netter machen, er wird freundlicher in den Krieg ziehen“, so Todenhöfer.



Recht hatte für seine Begriffe der große deutsche Staatsmann Otto von Bismarck, als er meinte, die Außenpolitik müsse in der Lage sein, mehreren Bällen zu spielen. „Das 
mit wird unsere Partei tun“, versprach Todenhöfer, „und deswegen sind wir neben der Partnerschaft in der Nato für zusätzliche strategische Partnerschaften. Wir stehen zu hundert Prozent zu Europa, wir stehen zu hundert Prozent zu transatlantischer Partnerschaft, auch mit Amerika, aber auf gleicher Augenhöhe, Herr Biden! Auf gleicher Augenhöhe!“ Zusätzlich plädierte er für eine strategische Partnerschaft mit Russland. 

Seiner Partei wollen bereits mehrere ehemalige CDU- und SPD-, aber auch Grünen-Mitglieder beitreten, gab Todenhöfer an. Zur Bundestagswahl wolle man mit sehr jungen Kandidaten und vielen Frauen antreten. Die CDU selbst nannte er „nur noch eine Karikatur ihrer selbst“, denn die „wirtschaftspolitische Kompetenz ist verblasst, ihr Einsatz für Frieden in der Welt ist Vergangenheit“. Mit der neuen Partei wolle er sich für eine „ehrlichere“ Politik einsetzen. Großspenden an Parteien sollten verboten, Rassismus müsse stärker bekämpft werden. Die Amtszeiten des Kanzlers und der Bundestagsabgeordneten sollten auf zwei Legislaturperioden begrenzt werden. 

Zuvor war Todenhöfer 50 Jahre lang CDU-Mitglied, von 1972 bis 1990 auch als Bundestagsabgeordnete aktiv. 

   


Meine heutigen Gedanken  zum 75 Jahr nach Kriegsende des fatalen
 2. Weltkrieges :

- Ca. 56 Millionen Menschen ( vom Kind bis zum Greis ) verloren ihr
   Leben !
 - Deutschland wurde willkürlich verkleinert 
-  viele Flüchtlinge mussten eine  neue Bleibe in DEUTSCHLAND 
   suchen 
- Willkürlich wurden die beiden deutschen Staaten -
                                          BRD und DDR 
  geschaffen .

- Deutschland wurde durch die gegensätzlichen  Militärblöcke 
                                       NATO und Warschauer Pakt 
  ständig in eine neue Kriegsgefahr gebracht 
- Auch ohne den Warschauer Pakt beseht diese Gefahr  auch heute noch  !
- Deutschland ist auch heute nach 75 Jahren Kriegsende noch ein 
  
                                                B E S A T Z U N G S L A N D  !


Insgesamt beherbergt Deutschland mit rund 38.600 Soldaten den größten Teil der US-Truppen in Europa.  
                    
Im Fliegerhorst Büchel in der Eifel werden aus der Zeit des kalten Krieges immer noch bis zu 20 US-amerikanische Atombomben gelagert.


Als alter Mann sehe ich es deshalb als   meine Pflicht  an  für unsere weiteren Generationen zu fordern:

                                                        Ami go home !


Deutschland muss endlich nach 75 Jahren Kriegsende ein  souveräner Staat werden,
der selbst in gleicher Augenhöhe mit den anderen Ländern unserer Erde  frei  durch  seine Außenpolitik ( sowohl im Handel  - in der Politik -  im Ausbau seiner Bundeswehr usw. )  auf der Grundlage          
                                  <     Menschlich.  Ehrlich.  Unabhängig       >

entscheiden kann.



Der heutige                                      IST - Zustand 

sowohl in der Innen - wie auch in der Außenpolitik  entspricht nicht mehr dem heutigen Zeitgeist des deutschen Volkes !

Mein kurzer Abriss dazu:

Ich höre heute noch Helmut Kohl bei uns in Leipzig 1990 zur < Friedlichen Revolution in OSTDEUTSCHLAND  > sagen :

<          Was zusammengehört  wächst auch zusammen           >

<          Blühende Landschaften in ganz DEUTSCHLAND          >

<          Es soll keiner unter die Räder kommen                            >


Nach 30 Jahren deutscher Vereinigung ist aber der 

                                                  IST- Zustand

vor allem in den Fragen 
                                                         -     Gleiche Löhne 
                                                         -      Gleiche Renten
                                                         -      Mieten  (  Das Wohnrecht muss jeder Bürger haben ! )
                                                         -      Obdachlosigkeit 
                                                         -      Kinder- und Altersarmut        und ... und ... und !
      
                                                 unbefriedigend !

        Es ist deshalb auch heute für die weiteren Generationen aktuell:

               



Die Partei     NDW    ( Neuer Deutscher Weg ) 
wird die Aufgabe haben alle bestehenden Probleme  zu bewältigen .








 

Donnerstag, 12. November 2020

Auffälligkeiten

 Präsidentschaftswahlen in den USA: Alle Nachrichten im Live-Ticker


Seit gestern
( 03.011.20 ) finden die Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Bei dem knappen Rennen tritt der amtierende Staatschef Donald Trump von der republikanischen Partei gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an.


Was fällt mir  zum Ablauf bis zu dieser Meldung auf ?



Aktualisiert: 11.11.2020, 19:39:37 GMT

US-Präsidentschaftswahlen 2020
Abstimmung beendet, Stimmzettel ausgezählt
50%
40,33%
53,90%
217
Donald Trump
Wähler
71.961.860 Menschen
31
Anzahl der Wähler
290
Joe Biden
Wähler
77.033.649 Menschen





Aktualisiert: 15.11.2020, 11:25:52 GMT
Präsidentschaftswahl in den USA 2020 LIVE
232
16
290
50% Ausreichend für den Sieg



1. Die Wahl war am 03.11.20 !

2. Diese Meldung  ist vom 11.11.20 - also eine Woche erst später.

3. Eine Briefwahl ist immer bei so einer langen Überschreitung zu hinterfragen.

4. Warum erhielt Trump durch die Auszählung der Briefwahlstimmen kaum eine
 
weitere Stimme - alles nur noch für Biden ?

Beim vorherigen Wahlkampfauftreten lagen doch beide gut - nun plötzlich so ein großer  Stimmenzugewinn für Biden ?

5. Warum die überaus große Eile von Biden  im Weißen Haus politisch schon präsent zu 
sein ? 
Trump ist ja  noch der vorher gewählte Präsident der USA.

Am 20. Januar 2021 ist doch erst die Amtseinführung - das sind noch ab 11.11.20 
ca.   70 Tage !

6. Warum  die schnelle Gratulation einiger Länder ?

( PS: Man sollte auch im Ausland nicht vergessen, dass sicher Ronald Trump nicht der einzige REPUBLIKANER ist, der ihn - sich  gewählt hat ! )

7. Die aufgeführten Hinweis des Präsidenten Trump lassen mich aufhorchen:

a, Seine Forderung zum sofortigen Stopp der Briefwahlzählung.

b. Seine Aussage < Uns Republikaner  wurde die Wahl gestohlen.

c, Seine  Klagen an den einzelnen Gerichten zum Wahlablauf 2020 u.a.






Vermeidbar

 Merkel rechnet mit harter zweiter Corona-Welle



Meine Meinung:

Beispiel Taiwan 11.11.20    17 Corona Fälle - Einwohnerzahl  
ca. 23 Millionen !
Beispiel China    11.11.20     0  Corona Fälle - Einwohnerzahl 
ca. 1,4 Milliarden

Es wäre also  auch anders gegangen !

Einflussreicher Berater berichtet  


W i e    T a i w a n    d a s    C o r o n a v i r u s     b e s i e g t e

Von Maximilian Kalkhof

09.11.2020, 12:04 Uhr







 

"Die WHO hat viel zu spät reagiert": Rote Laternen hängen beim Neujahrsfest in Taiwan. 



Er ist einer der angesehensten Gesundheitsexperten des Inselstaates: Hier erklärt Chen Chien-jen, wie Taiwan erfolgreich gegen Corona kämpft – und was Deutschland davon lernen kann.

Chen, der ehemalige Vizepräsident Taiwans, ist ein ausgesprochen höflicher Mann. Kaum hat er die Wirksamkeit eines Lockdowns kritisiert, relativiert er seinen Satz auch schon wieder.

Er möchte nämlich nicht, dass seine Aussage als indirekte Kritik am deutschen Krisenmanagement verstanden wird – das vor allem auf einen Lockdown setzt, um die zweite Welle in den Griff zu bekommen. Also fügt er hinzu: "Aber natürlich gibt es von Land zu Land kulturelle Unterschiede. Das Taiwan-Modell eignet sich nicht für alle."

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie – und besonders seit dem Ausbruch der zweiten Welle in Europa – hat sich gezeigt, dass mehrere asiatische Länder mit der Gesundheitskrise besser fertig werden als westliche Staaten wie die USA, Großbritannien und auch Deutschland. Eines dieser asiatischen Länder ist Taiwan.

Nur sieben Menschen sind am Virus gestorben

Die Insel liegt keine 200 Kilometer von China entfernt, dem Land, in dem das Coronavirus zuerst ausgebrochen ist. 

Taiwan hat 23 Millionen Einwohner und ist dicht besiedelt. Zudem ist das Land wirtschaftlich eng mit China verbunden.

Doch trotz der schlechten Ausgangsbedingungen ist es Taiwan gelungen, die Pandemie zu besiegen – und das ganz ohne Lockdown. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es auf der Insel in absoluten Zahlen nicht einmal 600 Infektionsfälle. Nur sieben Menschen sind demnach an dem Virus gestorben. Die letzte lokale Übertragung meldete Taiwan an Ostern. Seitdem ist das Land frei von Corona. 

Auch ist Taiwan ohne Wirtschaftseinbruch durch die Krise gekommen. Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um lediglich 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland hingegen erreichte die Zahl der innerhalb von 24 Stunden gemeldeten Neuinfektionen diese Woche mit mehr als 20 Tausend einen neuen Höchstwert. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität beläuft sich die kumulierte Zahl der Infektionen inzwischen auf deutlich mehr als 600.000. Und die Wirtschaft brach im zweiten Quartal im Vergleich. 

Chen sitzt an einem Novembersonntag in seiner Wohnung in Taipeh. Der 69-Jährige trägt das weiße Hemd offen und linst ab und zu auf Notizblätter, die er neben den Computer gelegt hat. Im Hintergrund türmen sich Bücher. 

Chen ist ein ungewöhnlicher Politiker. Nichts an ihm erinnert an einen Machtmenschen. Er hat einen grau melierten Strubbelkopf und das Lächeln eines Buddhas. In den 80er-Jahren studierte er Epidemiologie an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland – bevor er in Taiwan eine wissenschaftliche Karriere einschlug. Damals wusste er noch nicht, dass die taiwanische Politik Gesundheitsexperten wie ihn brauchen würde.

Alle Kontakte von Infizierten müssen zwei Wochen in Quarantäne

2003, als in dem Inselstaat die SARS-Pandemie wütete, machte der damalige Präsident Chen Shui-bian den Epidemiologen zum Gesundheitsminister – eine Rolle, für die ihm in Taiwan noch heute Respekt gezollt wird. Von 2015 bis 2020 war er Vizepräsident. Seitdem forscht er an der Academia Sinica, einer staatlichen Akademie für Grundlagenforschung in Taipeh.

Eine der ersten Maßnahmen, die Taiwan gegen das Coronavirus einleitete, war etwas, das in europäischen Hauptstädten schnell für Naserümpfen sorgt: Das Land schloss seine Grenzen. Nur wenige Tage, nachdem im Januar der erste Infektionsfall aufgetreten war, suspendierte das Land den Flugverkehr mit China. Schon im Dezember hatten die Behörden damit angefangen, Flugpassagiere aus Wuhan auf Symptome zu untersuchen – nachdem einer der obersten Seuchenbekämpfer des Landes in Internet Hinweise auf Fälle von Lungenentzündungen in der chinesischen Stadt entdeckt hatte.

Den größeren Stolz verspürt Chen allerdings über Taiwans Quarantänemaßnahmen. Nicht nur schickte das Land alle Menschen, die mit Infizierten in Kontakt gewesen waren, in eine zweiwöchige Isolation. Auch wer aus dem Ausland kommt, muss sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben – das gilt bis heute, ungeachtet des Herkunftslands. Insgesamt, so Chen, haben mehr als 350.000 Menschen diese Maßnahmen durchlaufen. In der Quarantäne überwachen die Behörden den Standort der betroffenen Personen per Handy-Funksignal.

Das vorbildliche Verhalten der Taiwaner

Wer seinen Standort verlässt, bekommt erst eine Warn-SMS – und dann, bei Missachtung, Behördenbesuch. Man darf sich diese Maßnahmen aber nicht drakonisch vorstellen: Wer kein Handy besitzt, bekommt ein Mobiltelefon von den Behörden gestellt. Und wer in der Quarantäne Hilfe braucht, dem liefern sie das Essen und die Dinge des Alltags in die Isolation. Doch der zivilisierte Charakter der Maßnahmen ist noch nicht einmal Chens größter Stolz. 

Richtig stolz wird er erst, wenn er über das Verhalten der Taiwaner spricht. Denn wer den Epidemiologen fragt, wie viele Menschen die Quarantäne gebrochen haben, bekommt als Antwort: nur rund 1.100. Das ist nicht einmal 0,5 Prozent. Den Grund für den Regelkonformismus sieht Chen in dem stark ausgeprägten Gemeinsinn der Taiwaner. "Bei uns herrscht ein Konsens", sagt er, "dass wir die Freiheit von 350.000 Menschen für zwei Wochen einschränken mussten, um den gesellschaftlichen Normalbetrieb für 23 Millionen Menschen aufrechtzuerhalten." Genau das ist es, was Chen meint, wenn er von den kulturellen Besonderheiten des "Taiwan-Modells" spricht. Denn auf der Insel gilt: Corona-Proteste? Absolute Fehlanzeige. 

Als Gesundheitsexperte hat sich Chen während der Pandemie in Taiwan viele Freunde gemacht. Aber andernorts hat er sich Gegner gemacht. Der prominenteste ist wohl die WHO

"Die WHO hat viel zu spät reagiert"

Nach eigenen Angaben informierte die taiwanische Seuchenbehörde bereits am 31. Dezember sowohl die WHO als auch die chinesische Seuchenbehörde in einer E-Mail über Fälle von "atypischen Lungenentzündungen" in Wuhan. Sie wies, so die Behörde, darauf hin, dass die dortigen Patienten isoliert worden seien – was als Indiz dafür gelten könne, dass sich die Lungenentzündung von Mensch zu Mensch übertrage. Taiwan ist – wegen des Drucks aus China – kein Mitglied der WHO. Die Volksrepublik betrachtet die Insel als Teil ihres Territoriums und isoliert sie auf internationaler Bühne. De facto ist Taiwan aber ein unabhängiger Staat.

Die WHO, die die Mensch-zu-Mensch-Übertragbarkeit des Virus erst am 24. Januar bestätigte, bestreitet die taiwanischen Behauptungen. Sie bestätigt zwar die E-Mail vom 31. Dezember, behauptet aber, in ihr sei nirgendwo vor der Übertragbarkeit des Virus gewarnt worden. "Die WHO hat viel zu spät reagiert", findet Chen Chien-jen. Dadurch, dass sie den internationalen Gesundheitsnotstand erst am 30. Januar ausgerufen habe, habe die Welt einen Monat verloren. In der Krise, so Chen, sei die WHO ihren wichtigsten Aufgaben nicht gerecht geworden: der Professionalität und der politischen Neutralität. Mit dieser Kritik hat sich Chen nicht nur bei der WHO unbeliebt gemacht. Auch die chinesische Parteipresse hat ihn ins Visier genommen. Die Nachrichtenagentur Xinhua, ein Sprachrohr der Kommunistischen Partei (KP) Chinas, wirft ihm vor, im Gewand des Experten "dummes Zeug zu faseln".

Mittlerweile verfolgt Chen, wie sich der Stand der internationalen Impfstoffforschung entwickelt. Auch in Taiwan gibt es Impfstoffkandidaten. Sie befinden sich aber noch in der ersten Phase der klinischen Tests. Chen setzt deswegen große Hoffnungen auf den Impfstoffkandidaten des deutschen Unternehmens Biontech. Zwar könne es sein, sagt er, dass China als erstes Land einen Impfstoff zulasse. "Aber ein chinesischer Impfstoff würde in Taiwan wohl aus politischen Gründen auf Akzeptanz-Probleme stoßen."

Verwendete Quellen:
  • Persönliches Gespräch mit Chen 

  • ( PS: So musste ich schon als 6- jähriger die Vorgehensweise bei einer SEUCHE bei uns in der Landwirtschaft  damals noch in Bayern schnell begreifen und mich daran auch halten ! )